NWZ, 29.01.2019

Cloppenburger Schüler machen sich fit in Erster Hilfe

von Neele Körner

Die Projekte sollen die Persönlichkeit der Einzelnen stärken und den Zusammenhalt untereinander fördern. Beim Schulfest werden die Ergebnisse präsentiert.

Cloppenburg Jetzt ganz stillhalten: Armida versorgt gerade eine imaginäre Wunde am Arm von Mohammad mit einem stabilen Druckverband. Die Neuntklässler an der Johann-Comenius-Oberschule üben die Erste Hilfe, um im Notfall schnell und richtig helfen zu können. Dabei lernen sie unter der Anleitung der Johanniter unter anderem, wie man Krankheiten an Symptomen erkennt und Verletzungen behandelt. Zudem wird auch das Anlegen von Verbänden – bei Kopfverletzungen, Platzwunden oder Splittern – geübt. „Es ist interessant und wichtig, das zu lernen“, sagt Armida zu den verschiedenen Erste-Hilfe-Techniken. „Das muss jeder kennen“, pflichtet ihr Mohammad bei. Außerdem mache es ihnen viel Spaß.

Der Erste-Hilfe-Kursus ist eines der Projekte, die während der Präventionstage an der Oberschule noch bis Dienstag in 30 Klassen verwirklicht werden. Die 600 Schüler sollen so nicht nur lernen, drohenden Gefahren widerstehen zu können, sondern auch selbstbewusster zu werden und in der Klasse stärker zusammenzuhalten.

So beschäftigen sich die Sechstklässler zusammen in ihrem Projekt mit Bienen: Die diversen Arten und deren Schutz stehen im Mittelpunkt. Die gesammelten Informationen halten die Schüler zunächst auf Lernplakaten fest, bevor sie kreativ werden: Aus farbigem Papier schneiden sie gemeinsam Blumen, Bienen und eine grüne Wiese aus, die sie an die Fenster ihrer Klassenräume kleben. Auch mit dem Produkt „Honig“ und dessen Verwendung, zum Beispiel in der Kosmetik, beschäftigen sich die Schüler. Zudem steht das Basteln von Hummelhäuschen, die mit nach Hause genommen oder auf dem Schulgelände aufgehängt werden, auf dem Plan.

Wie man eine gesunde Pizza backt, lernen gerade die fünften Klassen. Sie verwenden neben Hafer-, Dinkel- und Roggenmehl auch viel frisches Gemüse und Aufschnitt. Die Klassenlehrer stehen ihnen dabei zur Seite und geben Tipps, damit die eigene Pizza gelingt. Alle sind mit Eifer und Freude dabei, rollen den Teig aus und belegen ihn nach eigenem Geschmack. Natürlich wird die Pizza nach dem Backen von den fleißigen Helfern auch gleich probiert.

Doch nicht nur in den Klassenräumen beschäftigen sich die Schüler mit Projekten, auch an den Tischen in der Pausenhalle arbeiten sie fleißig in Kleingruppen. In der angrenzenden Tennishalle üben die Achtklässler zeitgleich Selbstverteidigung: In zwei Gruppen stehen sich die Schüler gegenüber. Auf ein Kommando läuft eine Gruppe auf die andere zu, imitiert einen Angriff. Die andere Gruppe wehrt sich mit lauter Stimme und klaren Stopp-Botschaften verbal. Aber auch praktische Übungen zur Verteidigung gegen Schläge oder Tritte trainieren die Schüler.

Die Präventionstage seien eine ganz tolle Sache, es herrsche eine andere Atmosphäre in der Schule, sagt Schulleiterin Marlene Altevers. Das Ziel sei es, die Schüler in ihrer Persönlichkeit zu stärken. In theoretischen und handlungsorientierten Projekten, die speziell auf jede Klasse und Altersgruppe abgestimmt sind, werden nicht nur die Themen Drogen, Alkohol, Mobbing und Mediensucht behandelt, sondern auch Umweltschutz, Berufsorientierung, Sprachen, Fitness oder Ernährung.

Lehrer, Sozialpädagogen und externe Fachleute leiten die Projekte, die die Schüler durch eine andere Unterrichtssituation motivieren sollen. Die Ergebnisse werden beim Schulfest am Samstag, 9. Februar, mit Hilfe von Präsentationen, Plakaten, Filmen und praktischen Übungen vorgestellt.

Bilder: Neele Körner